Tipp 1: «Tage mit Felice» von Fabio Andina

Felice, 90-jährig, führt um Bleniotal ein einfaches und naturverbundenes Leben. Sein Tagesablauf ist ritualisiert: Frühmorgens nimmt er ein Bad in einer Felswanne. Danach hackt er Holz, pflückt im Garten Kakis, und wenn er im Wald Pilze findet, kommt er mit Käse ins Haus zurück. Er besucht die wenigen Mitbewohner des Dorfes, trinkt ein Glas in der Bar oder isst in einem Grotto ein einfaches Mahl. Er begegnet dem Bauer Sosto, der letzte im Dorf, der noch Kühe hat. Es geschieht nicht viel in diesem kurzen Roman. Die Schilderungen sind karg, aber sehr poetisch.

Der junge Mann aus der Stadt (der Ich-Erzähler), der den Greis acht Tage begleitet, entdeckt eine nie gesehene Dunkelheit, eine Stille, die hörbar wird, und so manches Geheimnis um den alten Mann.

Dieses entschleunigte, naturverbundene Leben hat sich für uns während der Corona-Zeit angedeutet. Man erahnt beim Lesen, was das Glück eines einfachen Lebens sein könnte. Nicht umsonst heisst der Protagonist „Felice“. Er trägt das Glück im Namen. 

Rotpunktverlag, 235 Seiten, 2018


Lesetipps

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Jakob der Lügner, Jurek Becker, 1969
Erlebnisbericht. Ein Überlebender von Ghetto und Konzentrationslager schreibt zwanzig Jahre nach Kriegsende seine Erlebnisse nieder.

Die Entdeckung der Currywurst, Uwe Timm, 1993
Novelle. Ehemalige Imbissbudenbetreiberin erzählt in der Rückblende ihre Lebens- und Liebegeschichte.

Der Sommer im Garten meiner Mutter, Ariela Sarbach, 2020

Roman. Diagnose Krebs: Mutter und Tochter bleiben kurze vier Sommerwochen, um sich voneinander zu verabschieden.
Die Bagage, Monika Helfer, 2020

Preisgekrönte Familiengeschichte. „Bagage“ ist der französische Ausdruck für Gepäck. Im übertragenen Sinne trägt man die Bagage mit sich herum, wie ein Geheimnis über Generationen hinweg zur Last wird.

Rendezvous mit dem Oktopus, Sy Montgomery, 2015
Sachbuch. Wundervolles Beispiel dafür, wie sich eine ambitionierte Tierdokumentation mit der verständlichen Erörterung naturwissenschaftlicher Fragestellungen und Fragen zu unserem Dasein verbinden lässt.
Der Sommer meiner Mutter, Ulrich Woelk, 2019

Roman. Mondlandung, Krocket-Spiel und erste Liebe: Beschrieb der bundesdeutschen Mentalität des Jahres 1969.


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