Auch für dieses Wochenende haben wir für Sie einen Buchtipp parat. Viel Freude beim Lessen.

«Der kubanische Käser» von Patrick Tschan

In einer bitterkalten Winternacht im Frühmärz 1620 treiben Liebeskummer und Branntwein den jungen Toggenburger Noldi Abderhalden in die Fänge eines Anwerbers der Spanischen Armee.

Als Reisläufer für die katholische Sache lernt der Sechzehnjährige das raue Soldatenleben kennen. Das Kriegshandwerk scheint ihm zu liegen, und die Kameradschaft sagt ihm zu. Als er den Heereskommandanten Gómez Suárez de Figueroa, den Duque de Feria,vor einer protestantischen Kanonenkugel rettet, wird er als Kriegsheld an den spanischen Hof beordert. Dort liesse es sich aushalten, doch das Leben hat andere Pläne. Noldi entgeht nur knapp der Spanischen Inquisition und wird nach Kuba verbannt, wo er eine Horde Rindviecher zu beaufsichtigen hat. Kein Problem für Noldi – denn Noldi Abderhalden wäre nicht Noldi Abderhalden, wenn er aus dieser Situation nicht machte, was nur er daraus machen kann.

 

Welch eine Geschichte, welch eine Sprache - ein erzählerisches Geschenk! Lustig, frech, phantasievoll, anregend und erst noch lehrreich. Ich gebe es gerne zu, ich habe einige Inhalte gegoogelt, um geschichtliche Wissenslücken zu stopfen

(Heidi Egli)


Ein weiterer Buchtipp:

«Alle, ausser mir» von Francesca Melandri

Der junge Äthiopier, der an diesem Abend vor Ilarias Haustür wartet, behauptet, ihr Burder zu sein. Ilaria, die Tochter von Attilio Profetti, einem italienischen Beamten ust skeptisch. Denn als sie 16 war, eröffnete ihr der Vater mit den lapidaren Worten "Eigentlich seid ihr zu viert", dass es neben ihr und den beiden Brüdern noch den kleinen Attilio gebe. Und jetzt, rund fünfundzwanzig Jahre später, sollen sie mit Shimeta, dem jungen Äthiopier, fünf Kinder gewesen sein.

Ilaria macht sich daran herauszufinden, ob das stimmt. Wie sollte ihr Vater nach Äthiopien gekommen sein? Heraus kommt: Ilarias Grossmutter denunzierte damals einen Halbjuden, um Attilio so vor dem Kriegsdienst zu bewahren. Attilio meldete sich freiwillig für den Abessininen-Feldzug und arbeitete als Assistent eines Rassenkundlers. Aus seiner Sicht erleben wir die Zeit einer brutalen Kolonialisierung, den Aufstieg der Militärjunta, den Sturz Haile Selassies und die Etablierung der Militärdiktatur.

Ob Shimeta effektiv das fünfte Kind Profettis ist, sei hier zum Schluss natürlich nicht verraten.

 

Man sieht nicht nur eindrücklich, wie die einzelnen Schicksale miteinander verknüpft sind, sondern auch, wie die Epochen der Italienischen Geschichte untereinander in Verbindung stehen. Man glaubt zu verstehen, weshalb die Dinge so sind, wie sie sich heute zeigen. In diesem Universum von Schuld und heillosen Verstrickungen versteht es die Autorin ausgezeichnet, den Figuren ihre Würde zu lassen.

(Ruedi Peter) 


Wir leisten Ihnen Lesegesellschaft

Die Lesegesellschaft Wädenswil lädt ein – zum Lesen, Zuhören, Diskutieren

Die Lesegesellschaft Wädenswil lädt regelmässig Autorinnen, Schriftsteller und andere Personen ein, die sich gerne und intensiv mit Literatur beschäftigen. Sie bietet stets Raum für neue Bücher und gibt dem Publikum die Möglichkeit, sich mit diesen auseinanderzusetzen. Nicht zuletzt ist sie Veranstalterin von rund einem Dutzend Anlässen pro Saison. Die Literatur ist das verbindende Glied zwischen den Gästen, den Zuhörern und der Stadt Wädenswil. Auch Musik, Kleintheater, Sprechpoesie oder sogar politische Diskussionen finden regelmässig ihren Platz.


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Absage der Mitglieder-versammlung

Aufgrund der aktuellen Lage wird die Mitgliederversammlung vom 30. April nicht wie geplant durchgeführt. Die Mitglieder geben ihre Stimme zu den einzelnen Traktanden schriftlich ab. Die Unterlagen sind unterwegs.

Der Jahresbericht 2019 ist bereits online.

 

Der Anlass «Mordsabgang, blutrot» wird verschoben.

Wir bitten um Verständnis.


Alle bisher publizierten Buchtipps in einem PDF zusammengefasst.


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Buchclub 2020

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Wann: 7. Mai 2020 von 19 bis 21 Uhr

Wo: Stadtbibliothek Wädenswil

Was: "Klara vergessen" von Isabelle Autissier

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